Von der Aufzucht bis zum schmackhaften Verzehr

Fischzucht Familienbetrieb Vollmann-Schipper in Mindelaltheim besteht seit 80 Jahren. Nachfolge durch die Tochter gesichert

Naturmenschen und wetterfest müssen (von links) Isabelle Vollmann-Schipper, Karl Hermann Vollmann-Schipper und Alice Vollmann-Schipper für die Arbeiten in der eigenen Fischzucht sein

Mindelaltheim Sie ist mit der Fischzucht aufgewachsen und nun nach ihrer Ausbildung zum Fischwirt in das elterliche Unternehmen in Mindelaltheim eingestiegen. Isabelle bringt modernstes Know-How, neue Ideen und frischen Wind in den Familienbetrieb, sagen stolz ihre Eltern Karl Hermann und Alice Vollmann-Schipper.

Seit 80 Jahren besteht das Familienunternehmen. 1928 hat Urgroßvater Karl Vollmann in offenen Torfstichen die ersten Weiher angelegt. Bereits 1932 wurden diese vergrößert und Dämme angelegt. Frü-her wurde hier auch noch das Eis abgetragen und am Urlesberg in Mindelaltheim in einem Bergkeller für die Brauereien eingelagert. Karl Hermann Vollmann-Schipper über-nahm dann 1980 den Betrieb. Neben den Weihern direkt am Haus hat er noch Gewässer in Roggenburg und im Allgäu gepachtet.
Tochter Isabelle hat ursprünglich Reiseverkehrs-Kauffrau gelernt und noch vier Jahre als Stewardess gearbeitet. Ich bin ein Naturmensch und passe nicht in ein Büro, erklärt die junge Frau ihren Wechsel in einen Beruf, der körperlich anstrengend ist und bei dem sie wetterfest sein muss.
Als Fischwirtin muss sie sich in Zucht, Haltung und Fütterung auskennen. Natürlich gehört das Schlachten auch dazu. Das ist jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsbereich, sagt die 30-Jährige. Sie züchtet lieber.
In Mindelaltheim unterhalten die Vollmann-Schipper eine eigene Koi-Zucht. Aus japanischen Elterntieren wurden die begehrten Zierfische für Gartenteiche gezüchtet und haben den großen Vorteil, an das hiesige Klima gewöhnt zu sein. Ebenso gibt es keinen Koi-Herpes-Virus durch zugekauften Importware. Der Betrieb arbeitet außerdem mit Polykultur, das heißt, durch einen gemischten Fischbesatz werden die Weiher in allen Schichten genutzt. Zweimal im Jahr ist Hochsaison für die Familie und den seit 1. September eingestellten Auszubildenden. Von März bis Juni, wenn die Winterungsweiher abgefischt werden, das andere Mal beim Abfischen im Herbst. Die Lebendfische werden auch an die Anglervereine verkauft, die damit ihre Weiher neu besetzen. Im Sommer stehen Pflegearbeiten rund um die Weiher an.
Zu bestimmten Feiertagen wie jetzt vor Weihnachten steht die Pro-duktion im Vordergrund. Denn neben den Frischfischen wie Lachs- oder Regenbogenforelle, Karpfen, Hechte, Zander, Schleien, Barsche und Waller beiten die Vollmann-Schippers auch Geräuchertes wie Karpfen- und Forellenfilets und gebeizten Lachs. Zusätzlich bereitet Alice Vollmann-Schipper hausgemachte Fischsoezialitäten wie Pasteten und andere Fischköstlichkeiten zu.

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